Governance, Communication, and Public Policy
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"Pick-the-winner" Strategien in der Steuer- und Wettbewerbspolitik

Beteiligte Wissenschaftler

Prof. Dr. Andreas Haufler

Fachbereich

Volkswirtschaftslehre

Kooperationspartner

Frank Stähler (Tübingen), Horst Raff (Kiel), Ian Wooton (Strathclyde University, Glasgow)

Kurzinhalt

Modelle mit heterogenen Firmen spielen in der jüngsten Außenhandelstheorie und –empirie eine wichtige Rolle. Sie sind aber bisher kaum für Fragen der Steuer- und Wirtschaftspolitik eingesetzt worden, obwohl es eine Reihe von Anhaltspunkten für die empirische Relevanz unterschiedlicher Firmenprofitabilität gibt. Vor diesem Hintergrund sollen in diesem Projekt die Implikationen von Firmenheterogenität für die Steuer- und Wettbewerbspolitik herausgearbeitet werden. Ein erstes Ziel der Projektarbeiten ist es dabei, durch die Einbeziehung von Firmenheterogenität ein besseres Verständnis für den Zusammenhang zwischen steuerpolitischen Variablen und der Firmenaktivität bzw. dem Steueraufkommen im jeweiligen Land zu erhalten. Hier sind immer noch wichtige Fragestellungen ungeklärt. Zum anderen soll analysiert werden, ob Modelle mit heterogener Kostenstruktur, in denen die produktiveren Firmen gleichzeitig in verstärktem Maße exportieren oder ausländische Direktinvestitionen unternehmen, neue Argumente liefern, die steuer- oder wettbewerbspolitische Diskriminierungsstrategien rechtfertigen. Solche „pick-the-winner“ Strategien sind in der praktischen Wirtschaftspolitik häufig anzutreffen, sie können jedoch von bisherigen Modellen mit (bezüglich der Profitabilität) homogenen Firmen nicht erklärt oder gerechtfertigt werden.

Konkret sollen drei Arbeitsvorhaben durchgeführt werden. Das erste Arbeitsvorhaben untersucht, ob es eine Begründung für die beobachtbare steuerliche Bevorzugung von multinationalen Unternehmen gibt, wenn letztere im Durchschnitt produktiver sind als rein national operierende Unternehmen. Das zweite Arbeitsvorhaben untersucht, ob die in vielen OECD Ländern durchgeführten tax-rate-cut-cum-base-broadening Steuerreformen als der Versuch der besteuernden Staaten erklärt werden können, bei gegebener Gesamtsteuerbelastung insbesondere die profitableren Firmen zu attrahieren, da diese stärker von Steuersatzsenkungen als von großzügigen Abschreibungsregeln profitieren. Das dritte Arbeitsvorhaben fragt schließlich, ob die Förderung „nationaler Champions“ in der Wettbewerbspolitik in einem Rahmen mit heterogener Firmenprofitabilität und gewerkschaftlich induzierten Arbeitnehmerrenten erklärt werden kann.

Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft (Einzelprojekt)

Förderdauer

2010 - 2012

Forschungsergebnisse